fatuk | Fachbereich Architektur Rheinland-Pfälzische Technische Universität
t-lab | Holzarchitektur und Holzwerkstoffe

Forschung

DAsS // Gewachsene Dorfstrukturen stärken

Aufwertung der Bausubstanz mit Methoden der seriellen Sanierung

Modellstudie // Ehemalige Eisenhütte in Malberg, Landkreis Altenkirchen (Westerwald), Rheinland-Pfalz, Bildnachweis © Bernhard Friese

 

Deutschland setzt sich die Treibhausgasneutralität bis zum Jahr 2045 zum Ziel. Eine der wichtigsten Aufgaben zur Erlangung der Klimaneutralität stellt die Auseinandersetzung mit einem nachhaltigen Umgang des Gebäudebestands dar. 

 

Visualisierung 1:1 Einbau in Lohnsfeld, Landkreis Donnersbergkreis, Rheinland-Pfalz, Bildnachweis: © Pascal Richter, RPTU 

 

Das Forschungsteam der RPTU Kaiserslautern-Landau verfolgt gemeinsam mit dem „t-lab – Holzarchitektur und Holzwerkstoffe“ sowie der Hochschule Koblenz das Ziel, nachhaltige Bau- und Sanierungsmethoden zu fördern, um der Flächenversiegelung, dem Ausstoß von CO₂-Emissionen und dem Verlust historischer Bausubstanz entgegenzuwirken. Durch die gezielte Weiter- und Umnutzung bestehender Gebäude statt Abriss und Neubau sollen Baukultur bewahrt und Ressourcen effizient genutzt werden.

Das Sanierungskonzept sieht den Einsatz konfigurierbarer, vorgefertigter Holzelemente in bestehenden, ungenutzten Nicht-Wohngebäuden vor. Modular gefertigte Bauelemente aus regionalen Hölzern ermöglichen es, die vorhandene Gebäudehülle als wertvolle Ressource zu erhalten und weiterzuverwenden.

Im Fokus steht die Entwicklung eines digital gestützten Planungs- und Fertigungsprozesses für die serielle Sanierung. Dieser reicht von der Bestandsaufnahme mittels 3D-Laserscanning bis zur präzisen Fertigung und Montage der modularen Holzelemente. Auf diese Weise entstehen attraktive Räume zum Wohnen und Arbeiten, während historische Ortskerne revitalisiert werden.

Ziel des DAsS-Teams ist es, durch die Kombination aus vorgefertigten Holzelementen und der Weiternutzung bestehender Gebäude einen effektiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Das Einsparpotenzial des Sanierungskonzeptes liegt bei bis zu 50 t CO₂e pro 100 m² Wohnfläche, wobei ausschließlich wiedereinsetzbare, ökologische und nachwachsende Ressourcen verwendet werden. Das Projekt verbindet ökologische Zielsetzungen mit regionaler Entwicklung und verfolgt ein übertragbares Modell für die nachhaltige Revitalisierung ländlicher Räume.

 

Mock Up-Bau "DAsS-Konzept", Bildnachweis: © Michael Heinrich

 

Projektziele:

- Entwicklung eines ressourcenschonenden, vorgefertigten und passgenauen Holzelementbau-Systems

- Nachhaltiger Umgang mit bestehendem Gebäudebestand

- Erhalt wertvoller Bausubstanz in gewachsenen Ortskernen

- Reduzierung von Zersiedlung im ländlichen Raum und Minimierung des Flächenverbrauchs

- Konzeptionierung eines digital gestützten Planungs- und Fertigungsprozesses

- Kreislauffähiges und ressourcenschonendes Bauen bei hoher architektonischer Qualität

- Schaffung bezahlbarer und attraktiver Räume zum Wohnen und Arbeiten

 

 
Projektteam:

RPTU Kaiserslautern-Landau:

Prof. Dipl.-Ing. Dirk Bayer Dekan, Architekt BDA 

Prof. Dr.-Ing. Jürgen Graf

Prof. Dr.-Ing. Jan C. Aurich

 

Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen:

Anna Baber

Reiner Klopfer

Claudia Ünal-Rothe

Pascal Richter

 

Wissenschaftliche Hilfsmitarbeiter:

Aaron Welzbacher

 

Technische Mitarbeiter:

Oliver Betha

Adrian Espen

 

Hochschule Koblenz:

Prof. Dipl.-Ing. Andrea Uhrig Architektin BDA 

 

Wissenschaftlicher Mitarbeiter:

Johannes Büker

 

Projektlaufzeit:

01. November 2023 bis 31. Oktober 2026

 

Standort:

Kaiserslautern/ Koblenz/ Rheinland-Pfalz

 

Gefördert durch:

Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz 

Klimabündnis Bauen Rheinland-Pfalz 

Bauforum Rheinland-Pfalz