Pfalzturm
Aussichtsturm im Herzen des Pfälzerwaldes
Im Herzen des Pfälzerwaldes ist ein visionäres Bauwerk geplant: der Pfalzturm, ein 41 Meter hoher Aussichtsturm mit Wendeltreppe, vier Podestebenen und einer spektakulären, frei bewitterten Gitterschale aus Holz. Seine exponierte Lage würde einzigartige Ausblicke über die Pfalz ermöglichen.
Auch wenn der Bau derzeit noch nicht terminiert ist, wird der Entwurf bereits jetzt erlebbar: Für die Ausstellung Forum Bois 2026 in Paris entsteht ein 3,5 Meter hoher, begehbarer Turmausschnitt im Maßstab 1:2. Dieser Ausschnitt zeigt die Turmspitze – den raumprägendsten Teil des Bauwerks – und vermittelt eindrucksvoll das räumliche Erlebnis, als befände man sich bereits im realen Turm.
Besonders bemerkenswert ist der innovative Konstruktionswerkstoff: Erstmals weltweit wird für ein solches Tragwerk acetyliertes Buchenfurnierschichtholz eingesetzt. Dieser neu entwickelte Holzwerkstoff kombiniert die Festigkeit heimischer Buche mit einer außergewöhnlichen Dauerhaftigkeit im Außenbereich. Durch die Acetylierung wird das Holz resistent gegen holzzerstörende Pilze, bleibt formstabil und behält seine Festigkeit selbst bei Feuchtigkeitsschwankungen – ganz ohne giftige Zusätze und vollständig recycelbar. Damit eröffnet sich für den Holzbau im direkt bewitterten Außenbereich eine völlig neue Rohstoffquelle, die bisher Stahl oder Beton vorbehaltene Anwendungen wie Brücken, Türme oder andere anspruchsvolle Tragwerke ermöglicht.
Die Konstruktion des Pfalzturms verbindet modernste digitale Planungsprozesse mit präziser Vorfertigung. Die doppeltgekrümmte, rautenförmige Holzgitterschale wird über 3D-gedruckte (SLM-Verfahren) Edelstahlknotenpunkte gefügt, die reversible Verbindungen ermöglichen – ein wesentlicher Beitrag zu zirkulärem Bauen, da Rückbau und Wiederverwendung der Bauteile einfach realisierbar sind.
Neben seiner Funktion als Aussichtspunkt soll der Turm auf den Zwischenpodesten eine digitale, interaktive Ausstellung beherbergen. Themen wie Natur, Klimawandel, Waldumbau, Holzbau, Kreislaufwirtschaft und gesellschaftliche Transformation werden anschaulich erlebbar gemacht und verbinden so Architektur, Innovation und Wissensvermittlung.
Das Projekt ist eine Kooperation von t-lab Holzarchitektur und Holzwerkstoffe (Entwurf & Forschung), Accsys (Hersteller des acetylierten Buchenholzes), Dehonit (Verarbeitung des Furnierschichtholzes) sowie der HTWK Leipzig / Forschungsbereich FLEX und Laserinstitut Hochschule Mittweida (Entwicklung der inneren Stützstruktur und des 3D-Druckverfahrens für die Edelstahlknoten).
Mit seiner Verbindung aus materialtechnischer Weltneuheit, ikonischem Design und zirkulärer Bauweise zeigt der Pfalzturm exemplarisch, wie der Holzbau neue Anwendungsfelder erschließen und gleichzeitig gestalterisch wie technologisch Maßstäbe setzen kann.
